Predigt zu 2. Könige 5, 1-19 von Hans-Georg Ahl

18.01.2012, 09:07

Predigt 2. Kö 5,1-15

 

 

1 Naaman, der Feldhauptmann des Königs von Aram, war ein trefflicher Mann vor seinem Herrn und wert gehalten; denn durch ihn gab der HERR den Aramäern Sieg. Und er war ein gewaltiger Mann, jedoch aussätzig. 2 Aber die Kriegsleute der Aramäer waren ausgezogen und hatten ein junges Mädchen weggeführt aus dem Lande Israel; die war im Dienst der Frau Naamans. 3 Die sprach zu ihrer Herrin: Ach, daß mein Herr wäre bei dem Propheten in Samaria! Der könnte ihn von seinem Aussatz befreien. 4 Da ging Naaman hinein zu seinem Herrn und sagte es ihm an und sprach: So und so hat das Mädchen aus dem Lande Israel geredet. 5 Der König von Aram sprach: So zieh hin, ich will dem König von Israel einen Brief schreiben. Und er zog hin und nahm mit sich zehn Zentner Silber und sechstausend Goldgulden und zehn Feierkleider 6 und brachte den Brief dem König von Israel; der lautete: Wenn dieser Brief zu dir kommt, siehe, so wisse, ich habe meinen Knecht Naaman zu dir gesandt, damit du ihn von seinem Aussatz befreist. 7 Und als der König von Israel den Brief las, zerriß er seine Kleider und sprach: Bin ich denn Gott, daß ich töten und lebendig machen könnte, daß er zu mir schickt, ich solle den Mann von seinem Aussatz befreien? Merkt und seht, wie er Streit mit mir sucht! 8 Als Elisa, der Mann Gottes, hörte, daß der König von Israel seine Kleider zerrissen hatte, sandte er zu ihm und ließ ihm sagen: Warum hast du deine Kleider zerrissen? Laß ihn zu mir kommen, damit er innewerde, daß ein Prophet in Israel ist. 9 So kam Naaman mit Rossen und Wagen und hielt vor der Tür am Hause Elisas. 10 Da sandte Elisa einen Boten zu ihm und ließ ihm sagen: Geh hin und wasche dich siebenmal im Jordan, so wird dir dein Fleisch wieder heil und du wirst rein werden. 11 Da wurde Naaman zornig und zog weg und sprach: Ich meinte, er selbst sollte zu mir herauskommen und hertreten und den Namen des HERRN, seines Gottes, anrufen und seine Hand hin zum Heiligtum erheben und mich so von dem Aussatz befreien. 12 Sind nicht die Flüsse von Damaskus, Abana und Parpar, besser als alle Wasser in Israel, so daß ich mich in ihnen waschen und rein werden könnte? Und er wandte sich und zog weg im Zorn. 13 Da machten sich seine Diener an ihn heran, redeten mit ihm und sprachen: Lieber Vater, wenn dir der Prophet etwas Großes geboten hätte, hättest du es nicht getan? Wieviel mehr, wenn er zu dir sagt: Wasche dich, so wirst du rein! 14 Da stieg er ab und tauchte unter im Jordan siebenmal, wie der Mann Gottes geboten hatte. Und sein Fleisch wurde wieder heil wie das Fleisch eines jungen Knaben, und er wurde rein. 15 Und er kehrte zurück zu dem Mann Gottes mit allen seinen Leuten. Und als er hinkam, trat er vor ihn und sprach: Siehe, nun weiß ich, daß kein Gott ist in allen Landen, außer in Israel; so nimm nun eine Segensgabe von deinem Knecht.

 

Liebe Gemeinde,

 

diese schöne lebendige Geschichte aus dem AT ist im Mittelpunkt die Geschichte eines Mannes, der von seinem hohen Ross herunter musste um Gott zu begegnen und gesund zu werden. Sie ist am Rande aber auch die Geschichte eines Mädchens, das zur rechten Zeit das rechte Wort an die richtige Person gerichtet hat. Das von seinem Gott wußte, dass er helfen kann, und die dies bezeugt hat. Ohne dieses Zeugnis, wäre Naaman nicht gesund geworden, und das was Gott an ihm getan hat niemals bis zu uns gedrungen.

                Þ Das sollte uns Mut machen, selber Zeugen für Gott zu werden!

Nirgendwo in der Geschichte steht, wann das Mädchen zu ihrer Herrin von dem Mann Gottes und er Macht Gottes etwas gesagt hat und wann sich Naamans Frau daran erinnert hat!

Wir wollen heute Morgen diese Geschichte des Syrers Naaman mit der Fragestellung lesen:

Wie werde und wie bleibe ich Christ?

Die Geschichte dieses reichen Syrers enthält nämlich so viele typische Elemente, dass man daran zeigen, wie viele Hindernisse in und uns Menschen herum sind und wie Gott sie überwindet.

                 Þ Wenn er das nicht tun würde, säßen sie nicht hier und stände ich nicht hier!

Naaman macht nämlich vier folgenschwere Fehler, vor denen Gott sie und mich gerne bewahren möchte:

Fehler 1: Er denkt erst an Gott als er todkrank ist

Fehler 2: Er will mit Gott einen Deal machen

Fehler 3: Er ist viel zu stolz um sich helfen zu lassen

Fehler 4: Er hat so bestimmte Vorstellungen davon, wie Gott ihm zu helfen hat, dass ihm das beinahe zum Verhängnis wird.

Aber es geht ja gut aus, und warum es trotz dieser Fehler bei Naaman gut ausging und hoffentlich auch bei ihnen und mir und noch vielen, vielen Menschen, mit denen wir Tür an Tür zusammen leben, hoffentlich gut ausgeht, davon erzählt unsere Geschichte. Sie hat drei Teile:

  1. 1.       Wie Naaman zu Elisa kommt

Der Anfang der Geschichte führt uns mitten in einen alten und ja bis heute noch nicht ganz ausgestandenen Konflikt im Orient hinein, den Konflikt zwischen Syrien und Israel.

                Þ Natürlich enthält die Geschichte auch lustige Aspekte: stellen sie sich vor Putin erkrankt an Krebs und mach Obama für seine Genesung verantwortlich

Nun ist es natürlich nie schön, wenn jemand krank wird, aber die Krankheit, die Naaman bekommt ist das schlimmste, was man sich damals vorstellen konnte. Ein erfolgreicher, stolzer Gardeoffizier des syrischen Königs verfault bei lebendigem Leibe, und wenn man sich nicht anstecken will, muss man Distanz zu ihm halten.

                Þ Warum gerade ich?

Und nun habe ich ja in der Einleitung schon etwas über die Wichtigkeit dieses Zeugnisses des Mädchens gesagt. Gerade, weil uns über sie persönlich so gut wie nichts mitgeteilt wird, macht unseren Blick für das wesentliche frei: sie hat nicht verschwiegen, wo Hilfe zu finden ist!

Und das ist doch eigentlich egal, dass Naaman erst zu Elisa und zu Gott kommt, als vielleicht alle anderen Mittel, die es ja damals doch nicht gab, versagt haben:

                Þ Hauptsache er kommt!    

  1. Wie Naaman sich dabei selbst im Weg steht

Die Fehler Naamans habe ich ja eben erst genannt. Wenn wir sie nun näher unter die Lupe nehmen, soll es nun vor allem darum gehen, wie sie von Gott überwunden werden. Das soll uns Mut machen, Gott dasselbe auch heute noch bei uns und anderen Menschen zuzutrauen.

Fehler Nr. 1, dass er erst zu Gott kommt als er ganz dick in der Tinte sitzt und keinen anderen Ausweg mehr weiß

                Þ dazu kann man nur sagen: gut, dass er überhaupt kommt, es gibt kein „Zuspät“! Gott ist kein Geldautomat der die Karte einzieht wenn man dreimal die falsche Geheimzahl eingibt!

Fehler Nr. 2: Er will mit Gott einen Deal machen

Zu der Zeit gab es noch keine Überweisungen, deshalb packte er das Geld in ein Köfferchen. Und das macht auf Elisa im Unterschied zu manchen Politikern überhaupt keinen Eindruck.

Þ Offensichtlich ist Gott noch viel barmherziger als wir denken, denn er sieht hinter unserem Geschäftsgebaren (was nützt denn Naaman seine ganze Knete bei seiner tödlichen Krankheit?) den hilfsbedürftigen Menschen!

Fehler Nr. 3: Sein Stolz

Und das ist natürlich der entscheidende Punkt und der schwerste Brocken, der ihm auf dem Weg zu seiner Heilung behindert. Und fast wäre er ja auch daran zugrunde gegangen...

                Þ Da brauchen wir echte Freunde, die uns helfen uns einen Ruck zu geben.

Fehler Nr.4: Er hat seine festsitzenden Vorstellungen davon, wie Gottes Hilfe auszusehen hat. Wahrscheinlich hat er erwartet, dass Elisa ein Tänzchen macht, sich in Ekstase tanzt, vielleicht irgendwelche dollen Opfer bringt...

                Þ Gott wirft alle unsere Vorstellungen über den Haufen!

  1. Wie Naaman an Leib und Seele heil wird

Wir haben es ja gerade bei der Überwindung der Fehler schon gestreift. Gott gebraucht verschiedene Menschen, wenn es darum geht, dass ein Mensch, also auch wir, ein Christ wird und bleibt.

Da haben wir ganz zu Anfang von dem Mädchen gesprochen, dessen Zeugnis Gott benutzt. Das passt natürlich voll in unser christliches Schema.

Aber ich finde es Klasse, dass in Gottes Weg mit Naaman und jedem von uns auch Menschen ihren Platz haben, die in dieses fromme Schema nicht passen.

                Þ Naamans Frau

                Þ der Diener

Aber das entscheidende muss Naaman dann doch selbst tun: Er muss von seinem hohen Ross herab steigen. Er muss seine nationalistischen Gefühle hinten an stellen.

Dass er dann hinterher sogar israelischen Boden nach Hause mitnimmt, Erde des besiegten Landes!, ist ein wichtiges Zeichen. Ein Freund von uns hat einen Stein aus Norwegen auf dem Schreibtisch liegen, der ihn immer an den Tag erinnert, wo er sein Leben bei Jesus festgemacht hat!

Þ Sein Fleisch kehrte zurück und er kehrt um: nicht nach Hause sondern zum Propheten Gottes!

Naaman wird übrigens hinterher zu Hause nicht stolz erzählt haben, wie toll er mit Kopfsprung in den Jordan gehopst ist sondern wird immer sagen: „Mensch, das war knapp!“

Er wird Gott und seinem Diener zutiefst dankbar gewesen sein!

                „ Auf dein Wort hin!“


Zurück